Öffentlich

Seltsam, wie beruhigend das auf mich wirkt, wenn ich durch die dunklen Gläser blicke. Es kommt mir so vor, als wäre die Umgebung plötzlich in weite Ferne gerückt, als wären all die Menschen, die hier in der Station stehen und warten, weit, weit entfernt. Es fühlt sich so an, als wäre ich mithilfe dieser Brille entrückt und fern von allen Fahrgästen. Ich gucke zu Gerd. Er grinst. Wie stets, wenn ich in Nöten bin, in Nöten, die ich selbst mir erwünscht, die ich selbst herausgefordert habe, die ich selbst verursache und letztlich auskoste. Und wirklich hebt und senkt sich mein Busen rascher, pulsiert das Blut schneller durch meinen Körper, spüre ich, wie sich diese mit nichts zu vergleichende Erregung, diese verbotene, ungemein verlockende und zugleich abstoßend brutal demaskierende obszöne Lust, diese Geilheit, mich allen nackt zu zeigen, mich allen somit anzubieten, den Alten und den Jungen, den Frauen und den Männern zu präsentieren, diese Geilheit in rasanter Art Besitz von mir ergreift und spüre, wie stets, dass sich meine Brustwarzen versteifen, spüre ebenfalls, wie ich seltsam unsicher, beinahe schwankend stehe, wie sich meine Beine und die Knie wie Wackelpudding anfühlen und sich ein Kloß in meinem Hals bildet und ich heftig schlucken muss.

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