Spiel, Satz und Sieg

Ein lustvolles Spiel.

 

„Ich kann mich noch genau daran erinnern, wann diese Veränderung bei mir eingesetzt hatte. Ich meine, früher war ich eine ganz normale, durchschnittliche Frau. Ich hatte hie und da meine Beziehungen mit Männern, aber den richtigen Kick hatte mir keiner verschafft.

Tief in meinem Innersten wusste ich, dass da sexuell mehr sein müsste, als dieses ewig Gleiche mit den Kerlen, die sich – nachdem sie ihre Befriedigung hatten -, auf die Seite drehten und sofort einschliefen. Welche Frau kennt das nicht?

Seit mich Richard verlassen hat, befinde ich mich in einer Art Schwebezustand, natürlich gibt es Augenblicke, da fehlt er mir schrecklich. Meistens dann, wenn ich abends in meinem großen Bett liege. Das Ärgerliche daran, dass ich jetzt wieder als Single durchs Leben ziehe, ist natürlich, dass ich mir auch einen neuen Tennispartner suchen muss, denn Tennis liebe ich über alles, da steht nichts darüber.Wenn Richard auch sonst nicht viel konnte, Tennisspielen, darin war er eine Kanone. Das ist eigentlich das Schlimmste an dieser Trennung, na ja, im Bett fehlt er mir natürlich auch, wenn er auch nicht gerade ein Weltmeister darin war, wenn man versteht, was ich meine…

Das alles geht mir durch den Kopf, als ich gerade vor der Pinnwand meines Tennisklubs stehe und ein Zettelchen anbringe

Tennispartner gesucht.

Spielstärke : Mittel

Spieltermine: Dienstag oder Donnerstag 14-16 Uhr.

Melde dich bitte an der Klubrezeption , Kennwort „Gerda“

Bin ja schon mal gespannt, wer sich da melden wird!

Ich bleibe noch ein wenig im Klubhaus und blicke durch die Glasscheibe auf den Tennis-Platz, wo sich gerade zwei in die Jahre gekommene Wohlstands-Bauch-Träger redlich abmühen, der gelben Filzkugel hinterher zu hecheln.

Wieso sollte ich mir nicht doch vielleicht hier ein Gläschen Sekt gönnen? Draußen regnet es ja sowieso wie aus Kübeln und den beiden da am Platz zuzugucken, vertreibt mir ja auch die Zeit. In der Hand ein Glas prickelnder Sekt? Na also…“

 

 

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