Suzette

Die widerspenstige Dienerin.

 

„Langsam lasse ich die hellen, glitzernden Perlen durch meine schlanken Finger gleiten. Das angenehme, warme Licht des Vormittags, das durch die hohen Fenster des Salons in das Zimmer fließt, taucht die Umgebung in sanfte Farben und Tönungen.

Hier auf dem bequemen großen Diwan liegend, höre ich die geschäftigen Angestellten, die Dienstmägde und die Reinigungsfrauen, die Küchenmitarbeiter ihrem Tagwerk nachgehen.

Mein Roland ist also wieder einmal für zwei Wochen mit seinen Jagdfreunden unterwegs irgendwo in Schottland. Er soll seinen Spaß haben, natürlich!

Wie sich damals alle die Mäuler zerrissen haben!

Was will der alte Trottel mit einer jungen Frau!“

Verdammte Erbschleicherin“

Fortjagen sollte man diese Hure!“

Die krallt sich all sein Geld, ihr werdet es erleben!“

Wenn mein Roland und ich allerdings durch das kleine Dorf am Fuße unseres Schlosses wandern, hört man natürlich kein Wort davon. Nein, nein, da blicken sie alle treuherzig und ergeben und dienstbar das gräfliche Paar an und wünschen ihm das Allerbeste.

Wie ich sie hasse!

Darf ich das Bad vorbereiten, Madame?“

Geistesabwesend blicke ich Suzette an, die auf leisen Sohlen in den Salon gekommen ist.

In einer Viertelstunde, Suzette!“

Schnell verändert sich auch die Haltung der Bediensteten, wenn mein Roland fort ist. Da wird mit einer Lässigkeit und Unverfrorenheit ans Werk gegangen, dass mir das eine oder andere Mal schon der Kragen geplatzt ist.

Natürlich, natürlich loten sie alle aus, wie weit sie bei mir gehen können!

Die meisten haben dem Grafen schon viele Jahre gedient, ja, einige sind an die 20 oder 25 Jahre in seinen Diensten und dann kam ich daher, und lebe also seit nunmehr zwei Jahren in dem Schloss, wobei ich bald feststellen konnte, dass die meisten Angestellten während Rolands Abwesenheiten zwar korrekt ihre Aufgaben erledigten, jedoch scheint es mir, dass sie das in kühler, distanzierter, ja, manchmal gar lässig oberflächlicher Art in meiner Gegenwart tun.

Wohlig räkele ich mich auf dem Sofa.

Na und?

Ich bin die Gräfin…….!“

http://amzn.to/2ggpnOG